1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Welterbe in Sachsen

Welterbekoordination in Sachsen (Welterbebüro)

Mit der Zunahme sächsischer Welterbeprojekte tritt der Welterbegedanke  der UNESCO-Welterbekonvention verstärkt in den Vordergrund des kulturellen Handelns der zuständigen Behörden und Institutionen im Freistaat Sachsen. Für das Welterbe besteht zukünftig im Freistaat Sachsen ein größerer Beratungs-, Koordinierungs- und Unterstützungsbedarf. Derzeit gibt es in Sachsen folgende Welterbeprojekte:

-     Mit dem Fürst Pückler Park Bad Muskau als grenzüberschreitendes sächsisch-polnisches Projekt (Federführung: Republik Polen) existiert derzeit bereits ein Weltkulturerbe im Freistaat Sachsen.

-     Zum Nominierungstermin 1. Februar 2016 wurde der Erweiterungsantrag des bestehenden UNESCO Weltkulturerbes „Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg“ in Sachsen-Anhalt  als sog. serielle Anmeldung eingereicht. An dem Erweiterungsantrag sind die Länder Bayern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen beteiligt. Sachsen beteiligt sich mit Schloss Hartenfels in Torgau. Die Entscheidung des Welterbe-Komitees der UNESCO wird im Sommer 2017 erwartet. Derzeit läuft die fachliche Evaluierung des Erweiterungsantrages durch ICOMOS-Experten an (ICOMOS=Internationaler Denkmalrat; Fachliches Beratungsgremium der UNESCO, das dem Welterbe-Komitee vor seinen Entscheidungen über die Nominierungen entsprechende Entscheidungsvorschläge vorlegt).

-     In einer präzisierenden Überarbeitung befindet sich zur Zeit das sächsisch-tschechische Welterbeprojekt „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ (Federführung hat Deutschland). Ihm kommt als sog. bottom-up-Projekt, das von den Menschen der gesamten Region getragen wird, für die grenzüberschreitende sächsisch-tschechische Zusammenarbeit besondere Bedeutung zu. Der Antrag wurde zum Nominierungstermin 1. Februar 2014 eingereicht. Im Rahmen der Evaluierung der Nominierung hat ICOMOS der Bewerbung hohe Erfolgsaussichten eingeräumt. Die Experten bewerten die Erzgebirgsregion als eine bedeutende historische Bergbauregion mit Welterbepotential. Sie sehen aber Bedarf für eine konzeptionelle Schärfung des Antrages. Auf Empfehlung von ICOMOS wurde der Antrag im April 2016 zurückgenommen, um ihn in enger Abstimmung mit ICOMOS zu überarbeiten und voraussichtlich zum 1. Februar 2018 wieder einzureichen. 

-     Bei der Fortschreibung der ab 2017 geltenden deutschen Tentativliste wurden die sächsischen Bewerber zwar nicht berücksichtigt. Der von der KMK eingesetzte Fachbeirat hat jedoch empfohlen, dass die Bewerbungen Görlitzer Hallenhäuser an der via regia sowie Hellerau – Laboratorium einer neuen Menschheit ihre Themen weiter erforschen und sich insoweit wieder an der nächsten Fortschreibung der Tentativliste beteiligen sollen.

Der mit der Vielzahl an Welterbeprojekten wachsenden Bedeutung des Welterbes für den Freistaat Sachsen hat das Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI) im Rahmen seiner Zuständigkeit für das materielle Welterbe inhaltlich und organisatorisch im September 2015 mit der Einrichtung einer Welterbekoordination in Sachsen (Welterbebüro) mit Sitz in Dresden-Hellerau entsprochen.

Die Tätigkeit der Welterbekoordination ist auf folgende Ziele ausgerichtet:

-     Stärkere strategische Ausrichtung des Welterbethemas mit Blick auf die voraussichtlich zukünftig größere Anzahl von Welterbestätten in Sachsen und dem damit zu erwartenden Koordinierungsbedarf.

-     Stärkere Implementierung des Welterbegedankens im Freistaat Sachsen sowie Dokumentierung seiner Wertschätzung durch den Freistaat Sachsen nach innen und außen.

-     Umsetzung des Koalitionsvertrages bezüglich der Intensivierung der Zusammenarbeit privater und öffentlicher Akteure zum Erhalt besonders wertvoller sowie identitätsstiftender Kulturdenkmale und zur Stärkung der Heimatverbundenheit.

-     Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements durch Einbindung von im Kultur- und Denkmalbereich agierender Persönlichkeiten und Aufstellung der Thematik auf einer breiten gesellschaftlichen Basis.

-     Verknüpfung von bürgerschaftlichen Engagement und staatlichen sowie politischen Entscheidungsebenen im Kultur-, Wissenschaft-  sowie Denkmalbereich.

Aus diesen Zielsetzungen ergeben sich für die Welterbekoordination in Sachsen folgende Aufgaben:

-     Beratung/Fachliche Unterstützung in Welterbeangelegenheiten, z. B.:

  • Beratung und Unterstützung von Welterbestätten und –projekten
  • Beratung und Unterstützung der kommunalen und staatlichen Einrichtungen im Freistaat Sachsen zum Thema Welterbe
  • Identifizierung von welterberelevanten Großprojekten, Erarbeitung entsprechender Konzepte zur Konfliktvermeidung
  • Entwicklung von Strategien zum Schutz und Erhalt von Welterbestätten und weiterer bedeutender Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen.

-     Kommunikation; Wissens- und Informationsmanagement zum Welterbe

  • Vermittlung des Welterbegedankens im Freistaat Sachsen mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit sowie Vorbereitung von Veranstaltungen und Faltblättern/Broschüren.
  • Werbung für das reiche sächsische kulturelle Erbe, z. B. durch Erstellung einer Internetseite über die sächsischen Welterbeaktivitäten.
  • Konzeption und Durchführung von Fachkongressen (z. B. zur Denkmalmesse in Leipzig).
  • Kontaktpflege und fachlicher Austausch mit nationalen und internationalen Ansprechpartnern und Institutionen im Bereich der Denkmalpflege und des Welterbes sowie Aufbau entsprechender Netzwerke.

-     Koordination von Welterbeangelegenheiten

  • Konzeptionelle und organisatorische Vorbereitung sächsischer Aktivitäten im Rahmen der Nominierung sächsischer Stätten (z.B. Begleitung des Evaluierung)
  • Bedarfsweise Koordinierung der Erstellung erforderlicher Berichte an die UNESCO  (z. B. periodische Berichterstattung)

Das SMI hat das Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte (IWTG) an der TU Bergakademie Freiberg unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Helmuth Albrecht mit der Welterbekoordination für Sachsen beauftragt. Das Institut hat in dem vom SMI durchgeführten Verfahren zur Vergabe der Welterbekoordination den Zuschlag erhalten.

 

Ansprechpartner im Welterbebüro in Dresden-Hellerau sind:

 

Frau Friederike Hansell vom IWTG die als Projektmanagerin die Welterbekoordination leitet sowie Frau Claudia Grünberg vom IWTG als Projektmitarbeiterin.

 

Beide sind unter der Telefonnummer 0351/88967701 sowie per Mail unter 

friederike.hansell@iwtg.tu-freiberg.de erreichbar.

 

Die Post- und Besuchsanschrift lautet:

Welterbekoordination in Sachsen

Festspielhaus Hellerau, Westflügel

Karl-Liebknecht-Str. 56

01109 Dresden

Marginalspalte

© Sächsisches Staatsministerium des Innern