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Sächsischer Staatspreis für Baukultur

Der Freistaat Sachsen lobt den Staatspreis für Baukultur seit den neunziger Jahren aus. Mit der Auslobung des Preises verfolgt der Freistaat Sachsen zwei vorrangige Ziele:


Zum einen soll mit dem Staatspreis vorbildliche Baukultur ausgezeichnet werden. Es werden herausragende Werke mit einem besonderen baukulturellen Anspruch gewürdigt, die einen Beitrag zur Anhebung des Niveaus der gebauten Umwelt geleistet haben.


Baukultur ist ein Teil der menschlichen Kultur. Bauherr, Architekt, Ingenieur und Bauunternehmen bilden am Bau eine Verantwortungsgemeinschaft. Erst eine positive Arbeits- und Verantwortungsteilung in diesem Verbund führt zu Baukultur als Prozesskultur. Nur so können Bauwerke mit einem hohen gestalterischen und funktionalen Anspruch entstehen. Daher werden mit der staatlichen Anerkennung zugleich solche Bauwerke ausgezeichnet, bei denen alle am Baugeschehen Mitwirkenden in vorbildhafter Weise zusammengewirkt haben.

Zum anderen soll die Öffentlichkeit für Fragen der Baukultur und der Bauqualität sensibilisiert werden. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diese Werte zu richten ist geboten, da baukulturelle Werte vom Einzelnen nur durch Anschauung und der daraus resultierenden Wertvermittlung von Generation zu Generation weitergegeben werden können. Eine Gesellschaft, die diese Themen diskutiert, wird in anspruchsvolleren Städten und Häusern leben.


Ausgehen von den Erfahrungen der Preisverleihungen vergangener Jahre zeigt sich, dass einzelne Punkte des Preises verändert werden sollten. Dies vor allem, um neue Themen gezielter und mit einem größeren beispielgebenden Effekt für Sachsen aufgreifen zu können. Es ist beabsichtigt, den Preis moderner, flexibler, fachlich anspruchsvoller zu etablieren, komplexe Verantwortungszusammenhänge, wie sie für unsere interdependente, moderne Welt kennzeichnend sind, stärker hervorzuheben.


Mit der inhaltlichen Neuausrichtung ab dem Jahr 2013 werden weitreichende Hoffnungen verknüpft. Vernetzte Fragestellungen werden stärker berücksichtigt, ohne dabei jedoch hergebrachte Kategorien wie Architektur, Ingenieurbaukunst, Denkmalpflege, Städtebau und Landschaftsarchitektur zu vernachlässigen.


Der Preis soll nicht allein das Bauwerk würdigen, sondern er soll für den Blick auf größere Zusammenhänge geöffnet werden. Das Zusammenspiel aller Aspekte, die zu betrachten sind, ist dabei ein wesentliches Kriterium. Das heißt keinesfalls, dass das Einzelne nicht mehr in dem Maße gewürdigt wird. Es soll aber in seiner Wechselbeziehung zu dem ihm Übergeordneten bewertet werden.

In einem vernetzten System, wie es eine moderne Stadt letztlich ist, ist der Auswirkungshorizont einer Entscheidung ein wesentliches Kriterium, eine Einzelmaßnahme zu beurteilen. Das Einzelne soll architektonisch und ingenieurtechnisch allein, aber genauso im Kontext mit seiner Umgebung überzeugen. Zugleich soll es den Erfordernissen aus einer gesamtstädtischen Betrachtung nicht entgegenlaufen. Unter diesem Blickwinkel gesehen können stadtstrukturelle Knotenpunkte und die Beseitigung von Problemfeldern als Themen einer Auslobung gewürdigt werden. Mit der Sicht auf Gesamtbilanzen und Gesamtverantwortlichkeiten werden moderne Entwicklungen aufgegriffen, und Neues kann beispielhaft gezeigt werden, wie etwa Fragen des Ressourcenverbrauchs, städtebaulicher Verwerfungen oder die des Klimas.


Auf diese Weise ist ein hoher Realitätsbezug gegeben, denn vernetztes Denken zu fördern bedeutet, für die Zukunft besser aufgestellt zu sein.